Wednesday 12. August 2020

Eine musikalische Prägung ist seit Generationen in meiner Familie ein sehr wichtiger, nicht wegzudenkender Bestandteil. Musik begleitet uns immer und überall und macht uns glücklich.

 

Die Liebe zur Musik war schon meinem Urgroßvater, dem Sänger Karl Renner (1884-1929) in die Wiege gelegt worden. Er war einer der besten Baritone seiner Zeit. So sang er zum Beispiel mit Otto Klemperer in der Alten Oper in Köln und mit Richard Strauss in Salzburg und er war an der Wiener Staatsoper neben vielen anderen Rollen als Rigoletto engagiert.

 

 

Kindheit und Jugend

 

Von meiner Großmutter väterlicherseits bekam ich eine solide Ausbildung am Klavier. Mein ungarischer Großvater mütterlicherseits, der in einem kleinen Dorf in der ungarischen Tiefebene als Kantor und Organist tätig war, sang häufig mit mir und meinem Bruder. Der Kirchenchor meines Vaters wurde ebenso musikalische Heimat für mich. Dort konnte ich auch die ersten Stücke, die ich auf der Violine gelernt hatte, spielen.

 

Auch zu Hause machten wir gemeinsam Musik. Wir gingen gemeinsam in die Oper. Erste Eindrücke der großen Musikwelt waren der „Vogelhändler“ und „Zar und Zimmermann“ in der Wiener Volksoper oder ein Ballettabend „Schwanensee“ in der Wiener Staatsoper mit Rudolf Nurejew. Es standen Konzertbesuche im Wiener Musikverein mit berühmten Violinvirtuosen wie Itzak Perlman oder Pinchas Zuckerman ebenso auf der Tagesordnung.

 

Früh war ich mit einem Instrument zusammen gebracht worden.

Meine erste kleine Violine hielt ich stolz mit 2 Jahren in der Hand. Bis zum ersten regelmäßigen Unterricht dauerte es noch ein paar Jahre.

  

Am Gymnasium war der Komponist Horst Ebenhöh einer meiner größten künstlerischen Unterstützer. Bei den großen Schulkonzerten, die jährlich stattfanden, gab es immer Möglichkeiten als Geigerin aufzutreten.

 

 

Lehrjahre

 

Mit 13 Jahren wurde ich als Violinschülerin von Ernst Kovacic in dessen Meisterklasse an der Wiener Musikhochschule (heute Universität für Musik und darstellende Kunst) aufgenommen.

  

Auch die Jahre am Wiener Musikgymnasium - es hat damals ausschließlich die Oberstufenform gegeben- war eine wunderbare Zeit. Ich hatte die Möglichkeit im Orchester und Chor der Schule bei vielen Konzerten im Wiener Musikverein mitzuwirken.

Die Auseinandersetzung mit Werken der großen Meister gab mir die Richtung vor, in der ich mich in Zukunft bewegen wollte.

  

Mit dem Eintritt in den Kammerchor des Musikgymnasiums konnte ich mir auch abseits des musikalischen Schulbetriebes viel Repertoire und Routine erarbeiten. Mitwirkungen bei Hochämtern in ganz Wien, Konzerte und Reisen im In- und Ausland ermöglichten mir, in kurzer Zeit viel Praxis anzueignen.

 

Innerhalb der Schule boten sich Möglichkeiten in verschiedenen kleinen Instrumentalensembles zu arbeiten.

 

 

Ausbildung

 

Nach der Matura entschied ich mich, das Studium der Musik- und Theaterwissenschaft an der Universität in Wien zu inskribieren, das ich 1995 mit dem Magisterium abschloss.

 

Die Violine war trotz intensiver gesanglicher Arbeit nicht ganz aus meinem Leben verschwunden. Ich hatte bald nach meiner Reifeprüfung die Möglichkeit erhalten, bei den Wiener Sängerknaben den Violinunterricht zu übernehmen und auch einen Teil der Musikausbildung am Gymnasium der weltberühmten Buben mit zu gestalten. Diese Zusammenarbeit in den Jahren 1990-1998 hat mir großen Spaß gemacht.

Grundbegriffe der musikalischen Sprache durfte ich in diesen Jahren auch Kindern einer Wiener Volksschule in den Fächern Blockflöte, Klavier und Violine mit viel Freude näher bringen.

 

Meine Eltern erzählen gerne die Geschichte, dass ich zuerst singen und erst danach sprechen konnte.

 

Erste echte Versuche, meine Stimme im Ernstfall „Konzert“ bewusst einzusetzen, gab es bei den evangelischen Singwochen, zu denen ich mit meinem Vater jedes Jahr im Sommer fahren konnte. So bekam ich im Alter von 10 Jahren die Chance zu meinem ersten „Solo“, und das gleich in einer Bachkantate.

 

Als ich dann mit fünfzehn Jahren eine der beiden Sopranpartien in Heinrich Schütz´s „Musikalischen Exequien angeboten bekam, war ich sehr stolz mit erwachsenen Sängern diese Konzerte bestreiten zu können.

 

 

Mitten im Leben

 

Der Wunsch, sängerisch aktiv zu werden, wuchs von Jahr zu Jahr. Alle weiteren Teilnahmen bei Projekten verschiedener Wiener Chöre in den darauffolgenden Jahren waren wichtige Bausteine in meiner gesanglichen Entwicklung.

  

Oftmals gab es mit dem Neuen Wiener Vokalensemble Gelegenheiten, mit dem Ensemble Kontrapunkte unter der wertvollen Leitung von Peter Keuschnig zusammenzuarbeiten und so immer wieder im Wiener Musikverein aufzutreten.

 

Ob ich als Solistin oder Choristin mitwirkte, es war stets ein überwältigendes Gefühl, in den altehrwürdigen Mauern des Musikvereins oder Konzerthauses und somit in zwei der wundervollsten Räumen der Musikwelt auf der Bühne zu stehen.

 

1992 unternahm ich mit Gesangskolleginnen aus dem Musikgymnasium und einem Teil des Chorus Viennensis (Männerchor ehemaliger Wiener Sängerknaben) einen kleinen Ausflug in die Theaterluft. Bei der Produktion von Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ am Wiener Burgtheater waren wir die singenden „Güllener“.

  

Noch im selben Jahr führte mich die Reise nach Genua (Italien). Dort wirkte ich im dortigen Opernhaus „Teatro Carlo Felice“ bei einer Aufführung von Antonio Vivaldis „Gloria“ RV 589 mit.

 

Im Jahr 1994 hatte ich meine Premiere im Goldenen Saal des Musikvereins: in Leonard Bernsteins „Chichester Psalm“ unter der Leitung von Herbert Böck, den ich schon von meiner Arbeit im Concentus Vocalis kannte und im darauffolgenden Jahr mit Marc Antoine Charpentiers „Te Deum“ unter Friedrich Lessky.

 

Im Jahre 1994 begann die langjährige Zusammenarbeit mit Christa Dworak-Leitzmüller, der Leiterin der Kirchenmusik der Gumpendorfer Haydnkirche.

  

In den Jahren von 1992 bis 2002 war ich auch dem Concentus Vocalis sehr verbunden. Mit diesem Chor konnte ich in einer herausragenden Produktion unter der Leitung des berühmten Dresdener Trompeters Ludwig Güttler das gesamte Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach aufführen und aufnehmen. Dabei kam ich im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin zu solistischen Ehren.

 

Bereits nach Abschluss des Gymnasiums hatte ich begonnen Gesangsstunden zu nehmen. Die Wiener Grande Dame des Gesangs, Elisabeth Svatek, war mir empfohlen worden. Es waren wertvolle Jahre, in denen ich von ihr lernen und bei ihr studieren durfte. Als besondere Auszeichnung empfand ich, dass ich mit hochgeschätzten und professionellen Pianisten wie David Aronson und Franklin Fanning arbeiten konnte.

 

Diese Arbeit mit Svatek war für mich eine wertvolle Unterstützung für die vielen kirchenmusikalischen und konzertanten Verpflichtungen. Konzertreisen führten mich in viele Länder Europas -nach Deutschland, Frankreich, Dänemark, Italien, Ungarn, Tschechien und Israel, in die Niederlande- sowie nach Nord- und Südamerika.

 

 

Musik mit Kindern

 

Eine weitere Leidenschaft erfüllte ich mir als Leiterin von Gruppen mit Musik und Bewegung für Kinder und Erwachsene. Die ersten Erfahrungen dafür sammelte ich, als ich selber mit meinen eigenen Kindern Kurse besuchte. Bald hielt ich selbst derartige Kurse im Kinderatelier Wien ab, um dann 2009 mein eigenes Studio, das "ATELIER farbton", zu gründen.

  

Obwohl ich im „ATELIER farbton“ sehr gut arbeiten konnte, mir die Arbeit mit den kleinen Kindern sehr großes Vergnügen bereitete und es ein sehr schönes Projekt war, beendete ich es 2011 wieder.

 

 

Neue musikalische Wege

 

Grund war, dass ich nach einigen Jahren einer ruhigeren sängerischen Zeit, in der ich mich auch viel meinen vier Kindern widmete, eine neue, wunderbare Möglichkeit bekommen hatte, wieder voll meiner eigentlichen Leidenschaft nachzugehen, dem Singen.

 

Mein besonderer Dank gilt hier an dieser Stelle einem der für mich besten Musiker, Thomas Dolezal. Unter seiner sicheren Führung kann ich ganz unaufgeregt musizieren.

 

Seit diesem Zeitpunkt bin ich mit Leib und Seele dabei, mich den wunderbaren, positiven Herausforderungen zu stellen. Vielen Dank für diese Möglichkeit!

 

Das von mir gegründete "Ensemble AltBach" tritt in vokaler und instrumentaler Besetzung auf und präsentiert vorrangig Kirchenmusik, die in der Tradition Martin Luthers komponiert wurde. 

 

 

 

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Mag. Claudia Pumberger Sängerin
A-1070 Wien, Siebensterngasse 15/13, Telefon: +43. 699. 11 81 15 81
http://claudia-pumberger.at/